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Luca Kramer

Luca Kramer studiert bildende Kunst an der UdK Berlin in der Fachklasse Valerie Favre.

Funde, Fragmente – zerschlissene Stoffe als Zeugnis von Nähe und Bruch. Mit dem Untersuchen von Fasern auf ihre Beschaffenheit und Abnutzung setzt er den Fokus auf die Spuren menschlicher Wunden und Zerstörung auf persönlicher sowie kollektiver Ebene.

Im Rahmen eines Forschungsprojekts mit dem Centre Dürrenmatt entsteht eine interdisziplinäre Arbeit über menschliche Verwüstung, welche das Spannungsgefüge zwischen dem Individuellen Leid und gesellschaftlichen Zwängen aufzeigt.

Bruchstücke falten sich aufeinander als wollten sie Halt im eigenen Zerfall finden. «Turmbau I» entstand in Auseinandersetzung mit Friedrich Dürrenmatts Texten zum Turmbau von Babel. Der Turm gilt dort als Symbol menschlicher Hybris und existenzieller Leere. Er erscheint als fragile Hülle, deren Form zunehmend instabil wird. Er verweist auf das allmähliche Verschwinden von Bedeutung – ein Sinnbild für das Scheitern großer Ordnungsentwürfe an ihrer eigenen Substanzlosigkeit. Ineinander verlorenes türmt sich zu einem schwankenden Trümmerhaufen.